Bezirksbeirat teils enttäuscht

Aus der Presse | 24. Juli 2012

Kunsthalle: Nicht alle Anwohnervertreter loben Ergebnis des Architektenwettbewerbs

Mannheimer Morgen, 24.07.201  – Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

Die Politiker im Stadtteil haben teilweise Kritik am Ergebnis des Architektenwettbewerbs zum Neubau der Kunsthalle geübt. „Am Ende wird es so sein, wie es häufig in Mannheim ist: Man will etwas Großartiges und landet beim Kompromiss“, beklagte Bezirksbeirat Christopher Probst von der Mannheimer Liste (ML).

 Das Aussehen des Neubaus sei „mindestens so wichtig wie die Eignung für die Sammlung“, und da hätte er sich „einen Kracher gewünscht“, so Probst: „Diese waren zwar unter den 29 Arbeiten vertreten, sind aber nicht erwählt worden“, meint er. Zwei der Siegerentwürfe seien „relativ farblos, gar ein wenig langweilig“. Den Entwurf Gerkan Marg finde er „sehr ansprechend“ und das Metallgeflecht um den Baukörper habe „eine tolle Wirkung“, doch der werde wohl deutlich teurer.

„Tief enttäuscht“ äußert sich auch Florian Kußmann, Bezirksbeirat der FDP, der den Entwurf von Schneider+Schumacher favorisiert, der einen Anerkennungspreis bekommen hat. Schließlich sei anfänglich „die Hoffnung geweckt worden, dass ein Neubau für Mannheim eine Strahlkraft entwickeln könnte wie das Guggenheim-Museum für Bilbao“. Jetzt überzeuge ihn keiner der drei ausgezeichneten Entwürfe.

Kein „Bilbao-Effekt“

„Ich hatte auf ein Gebäude gehofft, das nicht nur seiner Funktion als modernes Museumsgebäude mit entsprechender technischer Leistung gerecht wird, sondern auch als architektonisches Objekt zum neuen Anziehungspunkt für Mannheim wird“, so Kussmann: „Schade, dass Mannheim auch hier an Selbstbewusstsein verloren hat und sich nicht den großen Wurf traut“.

„Ein Guggenheim-Museum und den berühmten Bilbao-Effekt wird es mit diesen Preisträgerentwürfen nicht geben“, glaubt auch Dr. Alfons Schulze-Hagen, CDU-Sprecher des Bezirksbeirates, meint aber: „Das lassen die Umgebung des Friedrichsplatzes und die Kostenobergrenze auch nicht zu“. Er hoffe, „dass die Begeisterung mit dem zweiten Blick kommt“. Auch ihm gefällt der Gerkan-Marg-Entwurf.

Weniger kritisch äußert sich Nazan Kapan, SPD-Bezirksbeiratssprecherin: „Den Architektur-Wettbewerb fanden wir vorbildlich, die Öffentlichkeit wurde über die einzelnen Vorhaben und Schritte des Verfahrens gut informiert und auch eingebunden“, lobt sie das Verfahren. Sie hätte sich aber einen Entwurf gewünscht, „der den Billing-Bau stärker zum Friedrichsplatz hin transportiert.“

„Eine Vielzahl toller Entwürfe“ meint indes Claudia Braun, Bezirksbeirätin der Grünen: „Ich beneide die Jury nicht um die Aufgabe, hieraus den besten auszuwählen. Aber ich glaube, wir haben allen Grund, uns auf die neue Kunsthalle zu freuen“, so Claudia Braun.

 

 

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