Elternbefragung: FDP kritisiert Interpretation der Umfrageergebnisse durch Dezernat III

Aktuelles, Pressemitteilungen | 30. Oktober 2012

Erst jüngst hat die Verwaltung die Ergebnisse der Elternbefragung zum Schulwahlverhalten veröffentlicht. Die Liberalen kritisieren die Interpretation der Umfrage und warnen davor, einseitig die Gemeinschaftsschule zu bevorteilen. Das von der Elternschaft gewünschte Kooperationsmodell zwischen der Feudenheimer Realschule und dem benachbarten Gymnasium hat erst jüngst vom Kultusministerium eine Absage erhalten. Die Begründung: der beantragte Schulversuch stünde im Widerspruch zum Schulgesetz.

Stadträtin und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Birgit Sandner-Schmitt

„Auch wir freuen uns über die Ergebnisse der Elternbefragung und sehen uns in der langjährigen Forderung nach einem verstärkten Ausbau von Ganztagsschulen bestärkt. Eine Ganztagesschule ist ein zentraler Baustein hin zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Daran halten wir fest und forcieren den stadtweiten Ausbau. Aber das SPD-geführte Bildungsdezernat zieht hinsichtlich der Gemeinschaftsschule die falschen Schlüsse, denn zum Zeitpunkt der Umfrage, im März 2012, waren noch nicht einmal die wichtigsten Eckpunkte der neuen Gemeinschaftsschule bekannt. Wir fragen uns, wie viel Aussagekraft hat diese Umfrage überhaupt, wenn wir die Eltern lange vor der eigentlichen Einführung der neuen Schulform danach fragen, ob sie dort ihre Kinder anmelden wollen? Eine tatsächliche Aussage zum Wahlverhalten der Eltern kann doch erst getroffen werden, wenn sich die Eltern vor Ort über das Konzept „Gemeinschaftsschule“ informieren können. Erst eine Umfrage in den nächsten Jahren kann hier belastbare Ergebnisse liefern. Die Elternbefragung hat zudem deutlich gemacht, dass es einen Trend zu formal höheren Schularten gibt. In Feudenheim hätten wir die Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern der Realschule genau diese höheren Schulabschlüsse zu ermöglichen und mit dem benachbarten Gymnasium quasi eine RealschulePLUS zu entwickeln. Warum unterstützt unsere Bildungsbürgermeisterin nicht diesen sinnvollen Antrag der beiden Schulen? Bei Grün-Rot hört man die Stimmen der Elternschaft offensichtlich nur dann, wenn einem der Inhalt passt – sehr zum Schaden der Durchlässigkeit unseres Bildungssystems“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin Birgit Sandner-Schmitt.

 IGMH ist keine Gemeinschaftsschule

Die Liberalen machen deutlich, dass die erfreulich guten Anmeldezahlen der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) nicht als Argument für die Gemeinschaftsschule herangezogen werden können.

Stadträting und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Elke Wormer

„Die IGMH ist alles, nur keine Gemeinschaftsschule nach der Vorstellung von Grün-Rot. Die IGMH ermöglicht zwar in der Orientierungsstufe ein längeres gemeinsames Lernen, jedoch werden danach die Schülerinnen und Schüler – entsprechend ihrer individuellen Leistung – in klar gegliederte homogene Schulzweige aufgeteilt. Das steht im totalen Widerspruch zum Konzept der Gemeinschaftsschule, wo keine Differenzierung nach den Leistungen der Kinder mehr möglich sein wird. Wir befürchten, dass die individuelle Förderung der Kinder in einer Gemeinschaftsschule zu kurz kommen wird, insbesondere im Hinblick auf die Stellenstreichungspläne des Kultusministeriums“, erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Elke Wormer.

Kommentare sind abgeschaltet