Hortcontainer bleiben noch jahrelang

Archiv, Aus der Presse | 21. März 2013

Feudenheim: Stadträte und Bezirksbeiräte sehen Bedarf für Hortanbau / Appell: Mittel sollen in Doppelhaushalt 2014/2015 eingestellt werden

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Jansch / © Mannheimer Morgen, Mittwoch, 20.03.2013

Der als Überbauung zweier bestehender Klassenzimmer geplante Hortanbau an der Brüder-Grimm-Schule soll nun doch komplett als Neubau entstehen. Diese Planungen stellte Marcus Augsburger vom Fachbereich Baukompetenzzentrum bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in Feudenheim vor. Dabei äußerten sich sowohl Sitzungsleiter Claudias Kranz als auch seine anwesenden Stadtratskollegen optimistisch, dass Mittel für den seit Jahren geforderten Anbau in den kommenden Doppelhaushalt 2014/2015 eingestellt werden könnten.

„Ich sehe gute Chancen dafür“, meinte Claudias Kranz, und auch Stadtrat Boris Weirauch (SPD) sprach von einem Präjudiz, das man gegeben habe, indem man bereits in den letzten Haushalt Planungsmittel in Höhe von 200  000 Euro eingestellt habe. Birgit Sandner-Schmitt (FDP) sah dies anders. „Wenn ich sehe, es läuft auf einen Neubau hinaus, dann sehe ich schwarz“. Ein Neubau sei eine ganz andere Maßnahme und mit anderen Kosten verbunden als die vor zwei Jahren ursprünglich veranschlagten 3,7 Millionen Euro. Augsburger gab ihr Recht. Bei drei bis vier Prozent Kostensteigerung pro Jahr werde die Zahl jetzt in Richtung vier Millionen Euro gehen. „Es wird sicher nicht einfacher, das in den Haushalt zu bekommen“, befürchtet Sandner-Schmitt.

Doch ein Neubau macht aus Sicht der Experten weitaus mehr Sinn als die bestehenden zwei Klassenräume aus den 90er Jahren. Diese, so Augsburger, seien wirtschaftlich nicht mehr in ein neues Gebäude zu integrieren. Er zählte eine ganze Reihe von Vorteilen auf, die ein Neubau mit sich bringe. Der alte Baumbestand könne erhalten bleiben, der Neubau erhalte eine energetisch und funktional bessere Gebäudestruktur, die nicht nur den aktuellen Vorgaben zur Barrierefreiheit entspreche, sondern eine optimale Erschließung erlaube, da das Treppenhaus nicht mehr innerhalb des Gebäudes, sondern mit dem Aufzug davor entstehen könnte. Außerdem ermögliche der geplante Multifunktionsraum die Umgestaltung zu einer späteren Mensa mit direkt angrenzender Küche.

Containermiete 50 000 Euro

Wenn der Horterweiterungsbau steht, sollen auch die drei Containerprovisorien verschwinden. Xenia Stobbe informierte, dass sich mittelfristig, also in den nächsten fünf Jahren, an der Unterbringung der Hortkinder nichts ändern werde. Einen Container habe die Stadt zu günstigen Konditionen gekauft, die beiden anderen seien gemietet worden, Kosten: 50 000 Euro pro Jahr und Container. „Wir werden zeitnah die Verlängerung der Standzeiten beantragen“, gab Martina Jansen bekannt. Ingeborg Lutz (CDU) kritisierte die weitere Planung mit Provisorien, obwohl in Feudenheim der Betreuungsbedarf für Schulkinder seit Jahren steige. Die Brüder-Grimm-Schule gebe jetzt schon Räumlichkeiten ab, die dringend selbst benötigt würden. „Ich halte einen Anbau für dringend notwendig“, betonte sie.

Ähnlich argumentierte auch Stadtrat Weirauch: „Ich würde es außerordentlich begrüßen, wenn wir die Mittel für den kommenden Doppelhaushalt nicht nur angemeldet, sondern auch mit eingestellt würden, weil wir dringend einen Hortanbau in Feudenheim brauchen.“ Sowohl Ingeborg Lutz als auch Joachim Kamrad (SPD) und Dr. Ulrich Schäfer (Grüne) fragten nach einer Prioritätenliste und wollten wissen, an welcher Stelle sich der Hortanbau in Feudenheim darauf befindet. Nadine Schilling bedauerte: „Es gibt im Moment noch keine Prioritätenliste.“ Xenia Stobbe wies im Zusammenhang mit dem Wunsch nach einem „Runden Tisch“ darauf hin, dass die Stadtverwaltung an 24 Grundschulstandorten bemüht sei, den Bedarf an Schulkindbetreuungsplätzen zu decken. „Wir bitten um Verständnis, wenn unsere Priorität darauf liegt, gesamtstädtische Lösungen zu suchen und umzusetzen“, hieß es zu diesem Punkt schon in der Verwaltungsvorlage. Evelyn Herrmann von der Hortinitiative Feudenheim spracht sich dennoch für eine stadtteilbezogene Detailplanung aus. „Wir wollen eine nachhaltige Lösung“, forderte sie und überreichte der Verwaltung eine „Vergissmeinnicht Schulanbau Feudenheim“-Pflanze.

Dr. Achim Ding (FDP) erkundigte sich nach der leerstehenden Hausmeisterwohnung, die derzeit für eine künftige Schulkindbetreuung umgebaut werde – mitten im Schulgebäude. „Gibt es eine räumliche Trennung?“ wollte Ding wissen. Es könne ja nicht sein, dass die Kinder den Schulbetrieb durch Lärm störten. Martina Jansen bestätigte, dass die Hausmeisterwohnung derzeit renoviert werde. Die Räume sollen vom freien Wohlfahrtsverband Diakonie bezogen werden. „Wir werden schauen, die Belästigung für die Grundschüler so gering wie möglich zu halten“, versprach Xenia Stobbe.

 

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