Sorgen um Vereinsgelände der Schützen: „Hier ist Druck im Kessel“

Die Schützengesellschaft von 1744 e.V. bangt um ihr Vereinsgelände. Bei einer Verlegung der Straße „Am Aubuckel“ parallel zum Bahndamm wäre eine Verlegung des Schützenvereins nötig. Auf einer Infoveranstaltung der FDP-Fraktion zu den untersuchten Verkehrsalternativen entlud sich der Frust der Schützen. Die FDP lehnt die bahnparallele Variante ab und fordert eine Prüfung der Streckenführung über die Dudenstraße – allerdings ohne die Brücke (Flyover) für Linksabbieger.

Volles Haus bei der FDP-Infoveranstaltung im Schützenhaus in der Au

Volles Haus bei der FDP-Infoveranstaltung im Schützenhaus in der Au

„Hier ist Druck im Kessel“, fasst FDP-Fraktionschef Volker Beisel den Infoabend seiner Fraktion vor Ort im Schützenhaus zusammen. Knapp zwei Stunden haben sich die FDP-Stadträte mit den Fragen und Nöten der Vereinsmitglieder und weiterer interessierter Bürger auseinandergesetzt. Einig war man sich schnell, dass die geringen Kosten der bahnparallelen Variante auf Skepsis stoßen. „Man scheint sich eine bestimmte Variante schöngerechnet zu haben. Alleine die Mittel für Ausgleichsmaßnahmen sind sehr knapp bemessen. Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage müssten beispielweise die Schießstände des neuen Vereinsgeländes wohl unterirdisch angelegt werden. Dies wäre eine sehr kostenintensive Maßnahme“, so Beisel weiter. Ebenso befürchte man deutlich breitere Ausmaße der Straße, als auf den Plänen angegeben. Damit fielen der Maßnahme erheblich mehr Kleingärten zum Opfer. Diese und zahlreiche weitere von den Betroffenen angesprochenen Kritikpunkte werde man an die Verwaltung mit der Bitte um Stellungnahme weiterreichen. Ziel sei es, bei der bahnparallelen Variante mehr Transparenz über das Ausmaß des Eingriffs in die Au, in die Rechte der betroffenen Vereine und über die real zu erwartenden Kosten zu schaffen.

Kommunikation der Verwaltung irritiert

Irritiert zeigte sich Stadträtin Dr. Reinemund über die Kommunikation der Verwaltung gegenüber dem Schützenverein und der Gartenvereine: „Ich hätte erwartet, dass die Verwaltung im Vorfeld der öffentlichen Präsentation alle Daten und Fakten gegenüber den betroffenen Vereinen klar und transparent auf den Tisch legt. Immerhin verläuft bei der bahnparallelen Variante die Straße mitten durch zahlreiche Kleingärten und durch das bestehende Vereinsgebäude eines unserer größten Traditionssportvereine Mannheims“. Die bahnparallele Variante habe vor Ort zu Recht für Unmut und Irritationen geführt. „Wir lehnen diese Variante ab und bezweifeln, dass diese umsetzbar ist“, so Reinemund

Ergebnis der BUGA-Planungsgruppen ernst nehmen

Die Straße „Am Aubuckel“ verläuft aktuell mitten durch das zukünftige Veranstaltungsgelände der Bundesgartenschau (BUGA) und ist damit weiterhin der Knackpunkt der Planungen. Zwei der BUGA-Planungsgruppen sprechen sich deshalb für die Prüfung von alternativen Verkehrsführungen aus. „Die Ergebnisse der Planungsgruppen müssen wir ernst nehmen. Jetzt gilt es, die beste und wirtschaftlichste Lösung für die Verkehrsproblematik unter größtmöglichem Schutz der Feudenheimer Au zu finden“, so Stadträtin Birgit Sandner-Schmitt.

Die FDP-Fraktion plädiert für eine Prüfung der Straßenführung über die Dudenstraße - allerdings ohne den "Flyover"

Die FDP-Fraktion plädiert für eine Prüfung der Straßenführung über die Dudenstraße – allerdings ohne den „Flyover“

FDP fordert Prüfung der Dudenstraße ohne Flyover

Die FDP-Fraktion plädiert für eine intensive Prüfung der Variante über die Dudenstraße, allerdings ohne den so genannten „Flyover“. Hierbei handelt es sich um eine geplante Brücke für die Linksabbieger aus der Dudenstraße. Die FDP erwartet von dem Verzicht auf den „Flyover“ deutlich niedrigere Baukosten. Sollte die Verkehrsproblematik der BUGA nicht gelöst werden können, befürchtet die FDP massive Einnahmeausfälle, da fest mit den Einnahmen von rund 2,8 Millionen Besuchern gerechnet wird. „Eine BUGA mit einer von ca. 1600 LKWs pro Tag befahrenen Straße ist ein großes wirtschaftliches Risiko, denn alle Mindereinnahmen gehen zulasten der Stadt“, betont Beisel.

 

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