„Wundersteine“ im Test

0 Kommentare

Aus der Presse | 2. September 2014

Auf den Planken, genauer: zwischen O 2 und O 3, wird die Zukunft der Einkaufsmeile derzeit mit Füßen getreten. Das darf man durchaus wörtlich nehmen, denn zwischen den beiden Quadraten pflastert die Stadt gerade neue Probemuster auf, ein Test, der Aufschluss geben soll, welche der Steine und in welchen Farben sich am besten als Bodenbelag für die „neuen Planken“ eignen. Diesmal mit dabei: eine Variante mit Teflon-Beschichtung, von der man sich viel erwartet. Schließlich will die Stadt ihre Top-Meile ab Ende 2015 zuerst in den Außenzonen, ab 2017 dann im Kernbereich der Fußgängerstraße aufhübschen und fit machen für die kommenden Jahre.

Ein zentrales Thema dieser Umbauarbeiten ist dabei der Boden. Bei der Auswahl gilt größtmögliche Sorgfaltspflicht – noch einmal will sich die Verwaltung ein derartiges Fiasko wie auf der Breiten Straße nicht leisten. Dort war man ja 2006 bei der Bepflasterung an einem Belag gescheitert, der unmittelbar, nachdem er verlegt wurde, schon extrem verdreckt und eigentlich nicht mehr zu reinigen war. Deshalb jetzt also dieser Test – oder besser: die Verlängerung desselben.

Oberfläche aus Teflon

Denn Probepflaster liegen bereits seit Ende 2011 dort auf der ungefähr zehn auf acht Meter großen Fläche. Weil die Entwürfe für den Planken-Umbau das kontrastreiche Spiel mit hellen und dunklen Flächen bei der Boden-Gestaltung aufnehmen, hat die Verwaltung entsprechende „Farb-Varianten“ herausgesucht. Bei Licht betrachtet sind die alle mehr oder weniger grau, mal in helleren, mal in getönteren Nuancen. Unter den bisher verlegten Mustern ist keines, das sich als echter „Sieger“ in Sachen Sauberkeit qualifiziert hätte, die Beläge verschmutzen alle, nur eben unterschiedlich stark. So ist vor allem auf den hellen Flächen fast jeder Kaugummi- oder Cola-Fleck in aller Deutlichkeit zu identifizieren.

Jetzt also hat die Stadt eine ganze Palette von neuen Steinen verlegt, sie unterscheiden sich vor allem durch ihr Material, ihre Farbe und ihre Beschichtung. So sind etwa helle und dunklere Betonsteine dabei, Natursteine in Granit und schließlich eben solche mit verschiedenen Arten der Oberflächenversiegelung.

Viel verspricht man sich da von einer mit dem Hightech-Material Teflon beschichteten Oberfläche, die in ähnlicher Form auch auf der Frankfurter Zeil verlegt ist. Vor allem die FDP hatte immer wieder angeregt, diese Steine zu testen – in der Hoffnung, hier „pflegeleichtere“ und weniger dreckanfällige Beläge zu bekommen. Dass die Sauberkeit freilich nicht nur davon, sondern auch vom Aufwand, den man mit der Reinigung betreibt, abhängt, ist der Stadt klar. Die Frankfurter haben sich für die Pflege der Zeil eigens Spezialgeräte angeschafft, mit denen sie zwei Mal im Jahr jeden einzelnen Fleck mit Chemikalien besprühen und dann abkratzen. Wer ähnliche Ergebnisse in Mannheim will, muss also investieren.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 22.08.2014

Antworten